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Ausgabe Januar/Februar 2003
Shakara - der traditionelle Zucker des Ayurveda

Bericht von Astrita Hartmann.

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Kaum ein Nahrungsmittel ist so umstritten wie Zucker. Er ist als ungesunder Räuber von Vitaminen und Dickmacher verrufen. Dazu trägt er zur Übersäuerung des Organismus bei. Dieses trifft besonders für den „normalen“ Industriezucker, aber auch für andere Zuckerarten wie Vollrohrzucker zu. Der AyurVeda lehrt, dass Übersäuerung den Stoffwechsel beeinträchtigt und das Gleichgewicht der drei Doshas stört. Im Körper bilden sich Schlacken. Der Mensch neigt dann zu Unruhe, Aggression und negativen Emotionen. Andererseits wird der süße Geschmack mit Lebensfreude, Genuss und Festlichkeit in Verbindung gebracht. Süß ist der erste Geschmack, mit dem das neugeborene Baby auf Erden begrüßt wird - der Geschmack der Muttermilch. Daher lieben die Menschen ihn überall auf der Welt.Ayurvedische Heilkundige empfehlen nun speziell bei einem Pitta-Ungleichgewicht (Übersäuerung) häufig „weißen Zucker“. Dies hat zu ungläubiger Verwirrung geführt, da unser weißer Zucker Säure verstärkt. Mit „weißem Zucker“ meinen die Vaidyas jedoch einen speziellen ayurvedischen Zucker aus Zuckerrohr. Diese Zuckerart wird auch als Sharkara oder „Rock Sugar“ bezeichnet. In den alten ayurvedischen Schriften wird Sharkara als die hochwertigste Zuckerart angesehen. Er hat völlig andere Eigenschaften als die anderen bekannten Zuckerarten. Bei der ayurvedischen Herstellung von Sharkara lässt man aus der Zuckerlösung große Kristalle wachsen. Die langsame Rekristallisierung wertet den Zucker auf. Verunreinigungen und säurebildende Bestandteile bleiben zurück.
Ayurvedische Gelehrte berichten von der ausgleichenden Wirkung dieses Zuckers im Körper. In den Schriften wird von einer Reduzierung des ayurvedischen Feuerelementes „Pitta“ berichtet, und auch die anderen Doshas (Lebenskräfte) sollen ausgeglichen werden. Er hat im Vergleich zu anderen Zuckerarten eine milde Qualität und wird von einigen Gelehrten auch als mild basisch-wirkend bezeichnet. Leider wird der echte ayurvedische Kandiszucker in Indien kaum noch hergestellt. Häufig wird als Rohstoff westlicher Industriezucker aus Zuckerrübe verwendet, die ayurvedischen Produktionsmethoden werden nicht beachtet oder der Zucker wird mit chemischen Bleichmitteln „aufgewertet“. In kleinen Familienbetrieben in Indien wird er aber nach wie vor nach den traditionellen Verfahren hergestellt.

Westliche und vedische Astrologie

Während die westliche Astrologie ihre Stärke in der psychologischen Deutung eines Horoskopes hat, konzentriert sich die vedische auf zwei Aspekte, die in der westlichen Astrologie nicht so stark ausgeprägt sind. Die vedische Astrologie hat eine enorme spirituelle Tiefe und ist gleichzeitig unschlagbar darin, exakte Zukunftsvorhersagen zu machen. Die indischen Palmblattbibliotheken sind ein gutes Beispiel für die außergewöhnliche Exaktheit der vedischen Nadi-Astrologie für Zukunftsprognosen. Da sie sehr präzise sowohl das Glück als auch das konkrete Leid vorhersagen kann, bietet sie auch ein großes Spektrum an Hilfsmitteln an, mit denen man das Übel an der Wurzel anpacken kann. Sie lässt einen also nicht mit einer negativen Vorhersage sitzen, sondern weist in jedem Fall einen klaren Weg, wie man die karmischen Ursachen leidvoller Umstände ins Positive transformieren kann.

Kriegen wir neue Sternzeichen?
Der vedische Tierkreis orientiert sich an den Fixsternen. Das heißt, dass beispielsweise das Tierkreiszeichen Widder seit Jahrtausenden dem Sternbild Widder am Himmel zugeordnet ist. Der westliche Tierkreis orientiert sich hingegen an dem Punkt, an dem die Sonne zur Zeit der Tag-und-Nacht-Gleichen steht. Dieser Punkt bildet im Frühjahr den Anfang des Tierkreiszeichens Widder. Da die Erdachse sich bezüglich der Ekliptik langsam dreht, wandert auch dieser Punkt langsam am Äquator und damit am Himmelskreis entlangt und zwar 1° in 72 Jahren. Da erst vor 1850 Jahren beide Systeme miteinander übereinstimmten, sind sie bisher schon um ca. 24° gegeneinander verschoben. Die Antwort auf die Frage, welches Zeichen nun das richtige ist, lautet wie so häufig, dass beide ihre Berechtigung haben.

Unsere Helfer und Heiler gegen unsere Übeltäter
Die vedische Astrologie nimmt eine klare Polarisierung in positive und negative Planeten vor, wobei kein Planet an sich positiv oder negativ ist. Tatsächlich verkörpern die neun in der vedischen Astrologie berücksichtigten Planeten verschiedene Aspekte der kosmischen Schöpfungskraft. Sie bilden die neun Spektralfarben, aus denen sich das Licht des Schicksals und unseres Bewusstseins zusammensetzt. Da jeder Mensch in seinem Bewusstsein unerlöste Schattenbereiche und karmische Herausforderungen besitzt, hat er einigen der neun Planeten die Rolle zugespielt, seine Schattenseiten zu repräsentieren. Die Planeten widerspiegeln somit einfach nur die negativen Gedanken und Wünsche, die wir ihnen zusenden. In dem Maße, wie wir unsere Haltung gegenüber den Planeten bzw. den Archetypen, die sie verkörpern, zum Positiven verändern, kann sich also auch jeder Übeltäter in einen Helfer und Heiler verwandeln.

Der Aszendent - das aufsteigende Zeichen
Zur Zeit unserer Geburt wird mit uns am östlichen Horizont ein Tierkreiszeichen geboren, das uns als unser Aszendent, als eine Art Bodyguard, das ganze Leben begleitet. Von ihm hängt es ab, welcher Planet unsere positiven und welcher Planet unsere negativen Energien widerspiegelt. Der Tabelle 1 kann man für jeden Aszendenten entnehmen, welche Planeten positiv und welche negativ wirken.

Negative Planeten
Die negativen Planeten verursachen die Herausforderungen und leidvollen Umstände im Leben eines Menschen, indem sie andere Planeten oder Häuser angreifen. Dies geschieht beispielsweise, indem sie in Konjunktion mit einem anderen Planeten oder dem zentralen Punkt (effektiven Punkt) eines Hauses, also im Abstand von höchstens 5° von diesem stehen. Auch wird das negative Potenzial unserer Übeltäter durch sogenannte Aspekte auf andere Häuser und Planeten übertragen, d.h. bestimmte Winkelabstände zwischen dem angreifenden Planeten und dem aspektierten. Auf ähnliche Weise stärken die positiven Planeten durch Konjunktionen und Aspekte die Häuser und Planeten, auf die sie wirken. Jeder negative Planet steht nun für einen bestimmten Aspekt des Bewusstseins bzw. bestimmte Menschen in unserem Leben, mit denen wir unter Umständen eine problematische Beziehung haben. Tabelle 2 (s. Heft) fasst dies zusammen.Die negativen Planeten eines jeweiligen Aszendenten weisen darauf hin, durch welche Aspekte unseres Bewusstseins die negative Energie fließt und durch welche Menschen sie sich für uns vor allem widerspiegelt. Ein wichtiger Schlüssel zur Lösung der damit verbundenen karmischen Herausforderungen besteht darin, sich besonders diesen Menschen dienend und mitfühlend zuzuwenden.

Vedische Hilfsmittel
Insgesamt gibt es fünf sehr wirkungsvolle vedische Hilfsmittel, um karmischen Schwächen zu begegnen. Beispielsweise sollte man die Farben und Edelsteine seiner negativen Planeten vermeiden, während die Farben und Steine der positiven Planeten förderlich sind. Die Energie seiner negativen Planeten kann man ins Positive transformieren, indem man die ihren spirituellen Aspekten zugeordneten Mantras rezitiert. Auch kann man die positiven Planeten mit Hilfe eines sogenannten Kavaca stärken, auf denen die Zahlen-Yantras der betroffenen Planeten mit Hilfe eines alchemistischen Prozesses in Silber geprägt sind. Ein Zahlen-Yantra ist ein magisches Zahlenquadrat, das mit der feinstofflichen Kraft des betreffenden Planeten in Resonanz steht.
Fügt man die Zahlen-Yantras aller positiven Planeten eines Horoskops zusammen und prägt diese zu einem speziell dazu ausgewählten Zeitpunkt, zu dem alle neuen Planeten stark stehen, begleitet von energetisierenden Zeremonien auf ein Silberplättchen, so entsteht ein sogenanntes Kavaca, das die Kraft der positiven Planeten stärkt und dieses auf die betreffende Person fokussiert.
Jemand mit Aszendent Jungfrau besitzt beispielsweise - zusätzlich zu Rahu und Ketu - Sonne, Mars und Saturn als negative Planeten, während Mond, Merkur, Venus und Jupiter positiv sind. Die Jungfrau könnte sich daher beispielsweise mit weißen, grünen, blauen und gelben Farben stärken, einen Smaragd für die Stärkung der Gesundheit tragen und ein Kavaca mit den Zahlenquadraten der Planeten Mond, Merkur, Venus und Jupiter anlegen. Damit wären die positiven Planeten optimal gestärkt.
Die negativen Planeten sollten zusätzlich in positive transformiert werden. Saturn ist für die Jungfrau der größte Übeltäter, da er als Herrscher des 8. Hauses für schwerwiegende Hindernisse und Schicksalsschläge steht. Die aktive Auseinandersetzung mit der Energie des Saturn kann zur Transformation von dessen negativer Energie für die Jungfrau führen. Sie sollte beispielsweise alten oder kranken Menschen helfen und der Vergänglichkeit der Welt ins Auge sehen, um sich Saturn zum Freund zu machen. Hierbei kann auch das regelmäßige Chanten des Mantras om namo bhagavate kurmadevaya helfen, der das Bewusstsein auf Kurmadeva, die spirituelle Form des Planeten Saturn richtet. Dadurch mag sich im Inneren auf spirituelle Weise der gleiche Prozess vollziehen, der sonst nur durch jahrelange schmerzhafte Saturnerfahrungen gegangen würde. Hierin liegt auch die spirituelle Tiefe der vedischen Astrologie. Letztlich erscheinen die neun Planeten als neun Aspekte Gottes und unseres eigenen Bewusstseins. Richten wir unser Bewusstsein auf die spirituelle Form der Planeten, verlieren sie ihren Schrecken als Vollstrecker unseres guten und schlechten Karmas und manifestieren sich als Aspekte unseres eigenen Selbst.


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