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Ausgabe Januar/Februar 2003
Kinesiologie - Der verlängerte Arm des Unterbewusstseins

Ausbildung in begleitender Kinesiologie an - mit Christiane Wolfes.

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KGS: Mit Kinesiologie verbinde ich den Begriff „Muskeltest“. Erzählen Sie doch bitte kurz etwas über die Ursprünge dieser Idee.
Christiane Wolfes: Anfang der 60er Jahre erfand der Chiropraktiker George Goodheart zusammen mit John F. Thie in den USA das Reflexpunktesystem und den kinesiologischen Muskeltest. John F. Thie hat das System für Laien zugänglich gemacht mit dem Anspruch, dass es leicht zu lernen und mit Freunden oder in der Familie als tägliche Energiepflege praktizierbar sein soll.

Was kann man mit diesem Muskeltest testen?
Der Begriff „Test“ ist eigentlich nicht richtig, denn er ist kein diagnostischer Test, sondern ein Muskelfeedbacktest, weil es sich um eine Rückmeldung handelt. Dabei geht es um die Veränderung der Muskelspannung. Nehmen wir ein Beispiel: Ich drücke leicht auf Ihren Arm und Sie halten diesen Druck mit einem mittleren Widerstand - dabei geht es nicht um Kraft, sondern um die Kommunikation zwischen uns. Dann denken Sie an etwas Bestimmtes, und wenn dann der Arm nach unten geht und Sie sehr viel mehr Kraft aufwenden müssten, um in der Position zu bleiben, dann ist das ein Anzeichen dafür, dass dieser Gedanke bei Ihnen etwas verändert hat und diese Veränderung wird als Stress interpretiert. Es gibt Situationen, in denen man den Stress nicht verhindern kann, wenn man z.B. durch eine Prüfung muss, aber dann kann man zumindest seine Haltung ändern. Dazu erstelle ich als Kinesiologin ein sogenanntes energetisches Bild, d.h., ich stelle über bestimmte Reflexpunkte fest, wo die Blockierung sitzt. Dann kann man mit Hilfe von kinesiologischen Techniken diese Blockierungen auflösen. Die Techniken sind Kombinationen aus Ganzkörperbewegungen, wie z.B. die Überkreuzbewegungen, Akupressurpunkte in Kombination mit Augenbewegungen oder auch Affirmationen.
Wenn jemand zu mir in die Balance kommt mit dem Ziel, gut durch eine Prüfung zu kommen, dann können wir über das Muskelfeedback sehr präzise herausfinden, wo derjenige im Moment festhält und auch, durch welche Kombination von kinesiologischen Techniken ihm am besten geholfen werden kann. Es gibt also keine festgelegten Techniken, sondern über das Muskelfeedback wird für jede Person das kinesiologische Handwerkszeug neu gemischt.

Was heißt denn Balance?
Balance ist der ganze Ablauf eines Prozesses: Jemand kommt mit einem Ziel zu mir und wir finden heraus, wo dieses Ziel blockiert wird, anschließend heben wir durch die ausgetesteten Übungen die Blockierung auf und gucken wieder über das Feedbacksystem, ob es gereicht hat oder ob noch mehr nötig ist. Diese ganze Sitzung bezeichnet man als kinesiologische Balance.

Welche Fragen kommen denn oft vor?
Es gibt z.B. die Frage nach der Bereitwilligkeit für Veränderungen. Das Muskelfeedback zeigt, ob alle Bereiche des Körpers - emotionale, physische und mentale - bereit sind, etwas zu verändern, und da gibt es oft die ersten Sabotageprogramme. Wir kennen sie alle aus dem Alltag, wenn wir sagen „das will ich“, es aber doch nicht machen. Diese Sabotageprogramme kommen daher, dass jede Blockierung einmal eine Belohnung hatte. Aber sie lassen sich mit bestimmten Übungen aufheben, wie z. B. die Überkreuzbewegung, Akupressurpunkte oder Affirmationen. Wenn man die Übungen direkt nach dem Muskeltest macht, hat das die höchste Prioritätsstufe, also 100 %. Wenn man es morgens nach dem Aufstehen macht, ist es auch gut, hat aber nur eine Wirksamkeit von 40 %.
Man hat mit dem Muskelfeedback auch Zugang zu den Alterserinnerungen. Man kann erkennen, welches Überlebenssystem derjenige gewählt hat, um zu überleben. Viele Koppelungen werden in unserem Alltag gesetzt, und wir erinnern sie nicht bewusst. Über das Muskelfeedback kann man diese Koppelungen entweder auflösen oder erst einmal erkennen, welche überhaupt vorhanden sind. Das können so absurde Verbindungen sein wie: Immer wenn ich Menschen mit Aktentaschen sehe, fühle ich mich verlassen. Dahinter verbirgt sich dann die Tatsache, dass die Mutter früher immer mit einer Aktentasche zur Arbeit aufgebrochen ist und das Kind Verlassenheitsgefühle mit Aktentaschen verbindet. Das können auch positive Koppelungen sein wie z.B. eine Tante mit liebevollen blauen Augen, was zu dem Satz führen kann: Alle Menschen mit blauen Augen sind nett. In der Regel entstehen durch die Koppelungen falsche Grundansichten, die mitunter eine enorme Blockierung darstellen können. Es ist eine Spezialität der Kinesiologie, diese Koppelungen aufzuspüren und aufzulösen.

Es gibt zwei Bereiche in der Kinesiologie: zum einen die medizinisch-therapeutische Richtung und zum anderen die pädagogische Richtung der begleitenden und beratenden Kinesiologie. Sie bieten eine Ausbildung in begleitender Kinesiologie an? Was erwartet einen dort?
Es handelt sich um ein Grundjahr, wo die Techniken und Verfahrensweisen vermittelt werden, so dass man nach diesem Jahr seine Kenntnisse in den Beruf integrieren kann. Darüber hinaus durchläuft man einen Entwicklungsprozess für sich selber, weil ich Kinesiologie so lehre, dass die Teilnehmer die Balancen selber machen, d.h. mit sich arbeiten. Das Wissen wird also nicht nur theoretisch vermittelt, sondern auch praktisch. Am Ende des Jahres ist für die meisten klar, ob sie in den medizinisch-therapeutischen oder pädagogisch-begleitenden Bereich gehen wollen. Die beiden Bereiche unterscheiden sich in der Fragetechnik und vor allem in den Anliegen, mit denen die Menschen kommen. Wenn jemand mit Kopfschmerzen zu mir kommt, kann ich ihm nicht helfen, denn ich arbeite nicht mit Symptomen.

Womit kommen die Menschen zu Ihnen?
Oft sind es Menschen, die merken, dass sie in Mustern stecken, aus denen sie nicht alleine herauskommen. Sie wollen bestimmte Bereiche ihres Lebens erhellen, d.h., die Menschen sind grundsätzlich gesund. Dann kommen Menschen zu mir, die ich begleite, wie z.B. Anwälte, die besser mit ihren Klienten umgehen möchten oder nach Möglichkeiten suchen, die kreisenden Gedanken nach Feierabend zu beruhigen. Kinder und Erwachsene mit Lernproblemen kommen. Häufig unterstütze ich Menschen bei Vorbereitungen auf Prüfungen oder Vorträge. Auch Entscheidungsfindungen sind ein Grund, wobei ich keine Entscheidungen teste. Meistens sind diese Situationen mit Stress verbunden, und mit Hilfe einer Balance wird eine Situation geschaffen, in der derjenige auf der Basis der Entspannung die Entscheidung in sich findet. Ich teste keine Entscheidungen - die müssen die Leute selber treffen, denn hinterher müssen sie sie auch selber tragen. Es ist durchaus verführerisch, weil man natürlich vom Feedbacksystem immer eine Rückmeldung kriegt, aber es gibt eine freiwillige ethische Vereinbarung unter den meisten Kinesiologen, Entscheidungen nicht zu testen. Dann kommen Menschen zu mir, die Techniken in Gesprächsführung lernen möchten: „Wie kann ich aktiv hören?“ oder „Wie frage ich, ohne Leute zu verletzen?“
Mein besonderer Schwerpunkt ist die Kinesiologie der Seele, die Transformationskinesiologie, d.h. die Einbeziehung des spirituellen Hintergrundes des alten Wissens in Verbindung mit Kinesiologie. Der Mensch ist ein feinstoffliches Wesen. Diese Feinstofflichkeit hat einen bestimmten Aufbau, zu dem z.B. die Chakren oder der Ätherkörper gehören, und wird als Matrix bezeichnet. Ich gehe davon aus, dass der Mensch ein Energiewesen ist, der auf die Aufnahme von feinstofflicher Energie - Prana - angewiesen ist. Wenn diese Aufnahme blockiert ist, führt das zu Missempfinden bzw. zu Krankheiten. Mit Hilfe der Kinesiologie kann ich die Blockierungen erkennen und aufheben.
Frau Wolfes, vielen Dank für diese Informationen!


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