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Ausgabe Januar/Februar 2010
Die Gesetze der Evolution
Die Schöpfung als letztes Geheimnis der Natur
Ein Gespräch mit dem Buchautor Rolf Froböse


Ist das Universum aus dem Nichts entstanden? Und warum brachte ausgerechnet unsere Erde Leben hervor? Gibt es Gesetzmäßigkeiten der Evolution? Und welche Rolle spielt dabei der Mensch, Bewusstsein und die „Geistige Welt“?
Ein Gespräch mit dem Wissenschaft

Herr Froböse, Sie schreiben offenbar gern über Themen, die von den meisten Ihrer Kollegen nur mit Samthandschuhen angefasst werden. Warum?

Für einen Journalisten darf es keine Tabuthemen geben. Die seriöse Auseinandersetzung mit paranormalen Phänomen finde ich extrem spannend, weil ich aufgrund eigener Erfahrungen und Schilderungen aus vertrauenswürdigen Quellen zu dem Ergebnis gekommen bin, dass jenseits unserer Schulweisheit etwas existiert, das wir heute noch als „übernatürlich“ bezeichnen. Ich vertrete die Auffassung, dass es eine „Übernatur“ nicht gibt, wohl aber noch unentdeckte Bereiche der Natur. In meinem neuen Buch plädiere ich dafür, dass sich die moderne Forschung wesentlich intensiver als bisher dieser Thematik annimmt.


Dann gehen wir doch gleich mal aufs Ganze mit einer ersten inhaltlichen Frage: Gibt es Ihrer Meinung nach eine unsterbliche Seele und ein Jenseits?

Ja – davon bin ich fest überzeugt. Und ich finde es hochinteressant, dass seit kurzem nicht nur Theologen, sondern auch renommierte Physiker diese Frage bejahen und dies mit naturwissenschaftlichen Fakten untermauern, die auf neuesten Erkenntnissen der Quantenphysik basieren.


Sie schreiben, dass es ein Fehler in der Geschichte der exakten Wissenschaften war, den Geist aus der Natur zu verbannen …

Ja – wobei das Zitat von dem britischen Kernphysiker und Molekularbiologen Jeremy Hayward stammt. Er bezeichnet übrigens den Geist neben Raum, Zeit, Materie und Energie als ein weiteres Grundelement der Welt. Ich kann dem nur zustimmen.


Woher nehmen Sie den Mut zu der These, die Wissenschaft stehe unmittelbar vor einem grundlegenden Paradigmenwechsel? Seit den sechziger Jahren hat es immer wieder solche Vorhersagen gegeben.

Weil ich der Überzeugung bin, dass sich momentan in der Physik etwas total Neues, ja Revolutionäres anbahnt. Und dahinter steckt weitaus mehr als nur das Wunschdenken von Physikern, die sich besonders weit aus dem Fenster lehnen. Vielmehr sind es fundamental neue Erkenntnisse.

Eine wissenschaftliche Sensation war der im August 2008 erfolgte experimentelle Nachweis, dass der Informationsaustausch zwischen verschränkten Teilchen mit unendlich hoher Geschwindigkeit stattfindet. Verschränkte Teilchen sind das Bizarrste, was die moderne Physik zu bieten hat.

Das Verschränkungsprinzip besagt, dass zwischen zwei Teilchen, die einmal zusammengehörten, völlig unabhängig von der Entfernung simultan Informationen ausgetauscht werden, selbst wenn die Teilchen Lichtjahre voneinander entfernt sind. Albert Einstein hatte diesen Effekt bereits vorhergesagt und als „spukhafte Fernwirkung“ bezeichnet.

Das Faszinierendste an der Quantenphysik ist für mich die Tatsache, dass die Quantenphysik über das „Verschränkungsprinzip“ den Schlüssel bereithält, um das letzte und größte Geheimnis des Lebens zu ergründen. Da die seit dem Urknall über den gesamten Kosmos verteilten Teilchen auf geheimnisvolle Weise voneinander „wissen“, kommunizieren sie untereinander und stimmen sich ständig gegenseitig ab. Und das Faszinierendste: Wir sind keine Zaungäste, sondern vielmehr selbst aktiver Teil dieses im wahrsten Sinne des Wortes universellen Dialogs!


Und was ist Ihrer Meinung nach die spürbarste Folge dieser Erkenntnisse für den Alltag des Menschen?

Die moderne Hirnforschung hat erkannt, dass auch Gedanken den Gesetzen der Quantenphysik unterliegen, weil die Informationsübertragung im Gehirn über atomar kleine Teilchen erfolgt. Das heißt, auch mentale Zustände müssen fortan als ebenso real angesehen werden, genauso wie energetische oder materielle. Diese Quantenrealität erfahren wir rein intuitiv durch Wahrnehmungen, spontane Eingebungen und Gefühle, die wir uns mit unserer herkömmlichen Erfahrung nicht erklären können.


Wo sonst in unserem Sonnensystem könnten die Forscher noch nach organischem Leben suchen?

Ein weiterer Kandidat in unserem Sonnensystem ist der Jupitermond Europa, der auf Grund von Gezeitenkräften unter seiner vereisten Oberfläche einen gigantischen Ozean beherbergt, in dem Lebensformen existieren könnten. Außerhalb unseres Sonnensystems ist der direkte Nachweis von Leben wegen der großen Entfernung auf absehbare Zeit nicht möglich. Allerdings hat man vor zwei Jahren in einer Entfernung von rund 20 Lichtjahren einen Planeten als Begleiter eines roten Zwergsterns entdeckt, auf dem Temperaturen wie auf der Erde herrschen dürften. In meinem Buch habe ich skizziert, wie das Leben auf solch einem Planeten aussehen könnte.


Hat die bemannte Raumfahrt eine Zukunft, wenn die Menschheit den Traum der Erforschung der unermesslichen Weiten des Weltalls tatsächlich verwirklichen will? Oder ist es eher so, dass das „Quantenphänomen der Verschränkung“ den Weg in eine vielmehr rein geistige Form der Fortbewegung „dort oben“ weist?

Ich denke, dass der bemannten Raumfahrt Grenzen gesetzt sind, weil für große Objekte nach wie vor die Regeln der Relativitätstheorie gelten. Selbst ein bemannter Flug zum Mars als nächstem Planeten wäre mit den Mitteln der heutigen Technologie ein Himmelfahrtskommando. Ich halte es für viel sinnvoller, mit Hilfe des Verschränkungsprinzips der Quantenphysik eine mentale Verbindung mit außerirdischen Lebensformen aufzunehmen.

Der amerikanische Astrophysiker Professor Timothy Ferris von der University of California in Berkely vermutet bereits, dass es im Kosmos hoch entwickelte Zivilisationen geben könnte, die unabhängig von Zeit und Raum die Quantenverschränkung als Kommunikationskanal nutzen. Er hält es für denkbar, dass bereits ein gigantisches galaktisches Internet existiert. Aufgabe der Wissenschaft ist es, die Mechanismen dieser Informationsübertragung zu erforschen, um dieses Netzwerk anzuzapfen.


Kommen wir zum Thema Evolution. Sie postulieren, dass die Evolution des Lebens an entscheidenden Wendepunkten nur vonstatten gehen konnte, indem ein geheimnisvoller „Lebenscode des Universums“ seine Finger im Spiel hatte.

Ich habe mein Buch „Der Lebenscode des Universums“ genannt, weil wir uns bei der Betrachtung des Universums bisher nur die Hardware angeschaut haben. Hinter dem „Lebenscode“ verbirgt sich dagegen die bislang unbekannte Software des Universums, eine unvorstellbare Informationsmenge, die unsere Evolution entscheidend beeinflusst hat. So kann der Darwinismus zwar die Entstehung der Arten begründen, die eigentliche Kernfrage aber, nämlich die Entstehung der erste Gene, bleibt ungeklärt. Das Zufallsprinzip scheidet aus, denn die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gen ad hoc aus einfachen Zutaten der Ursuppe entsteht, liegt bei zehn hoch tausend! Das entspricht der Wahrscheinlichkeit, dass funktionsfähiger Rechner dadurch entsteht, indem man tausende seiner Einzelteile einer Windhose überlässt.


Also ein kosmischer Masterplan mit der Agenda, intelligentes Leben im Kosmos entstehen zu lassen?

Vermutlich war die Entstehung des Lebens auf der Erde von Anfang an, d.h. bereits auf molekularer Ebene, zielgerichtet, weil sich die gebündelte Quanteninformation des Universums bereits in den ersten Genen manifestiert hat. Das führt wiederum zu dem Schluss, dass das Universum vermutlich von Leben erfüllt ist, weil die Entstehung des Lebens weniger ein Kampf ums Dasein, sondern vielmehr ein unumgänglicher Schritt in der kosmischen Entwicklung war, der nur durch widrige Umweltbedingungen unterbunden werden kann.

Wenn durch den Lebenscode des Universums alles – völlig unabhängig von der Entfernung – über ein geheimnisvolles Band miteinander verbunden sein soll, klingt das tatsächlich wie Religion in wissenschaftlicher Terminologie.

Wenn eine Reihe von Indizien dafür sprechen, dass in den Religionen dieser Erde im Kern viel Wahrheit steckt, ist das doch eine wunderbare Sache. Ich spreche absichtlich in der Mehrzahl, weil ich von dem Alleinvertretungsanspruch einer Religion nichts halte. Wenn ich in meinem Buch von einem Brückenschlag mit der Wissenschaft spreche, dann sind damit alle großen Weltreligionen gemeint.


Herr Froböse, wir danken Ihnen herzlich für das Gespräch.

Buchtipp: Rolf Froböse, Der Lebenscode des Universums, Quantenphänomene und die Unsterblichkeit der Seele, 160 S. geb. mit Schutzumschlag, € 14,95, Lotos Verlag, ISBN 978-3-7787-8211-8


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