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Ausgabe November/Dezember 2002
Reise durch den Tierkreis

Die 12 Urprinzipien aus astrologischer Sicht - Teil X

art19136
Der astrologische Tierkreis enthält in sich eine Anleitung für den Entwicklungsweg des menschlichen Wesens zur Vervollkommnung. Jedes der 12 Tierkreiszeichen symbolisiert eine Entwicklungsstufe, die logisch auf der vorhergehenden aufbaut, so dass in jedem Zeichen die Erfahrungen der vorangegangenen als Voraussetzung für einen weiteren Entwicklungsschritt ruhen. Die hier dargestellten Bilder skizzieren die reinen Urprinzipien, die sich hinter den jeweiligen Schritten verbergen und gehen nicht auf mögliche menschliche „Verzerrungen“ ein. Der zehnte Teil der 12-teiligen Reise von Haidrun Schäfer handelt im Monat Dezember von dem Steinbockprinzip.

Steinbock oder Saturn - der Hüter der Schwelle
Nachdem sich der Schütze für die großen Zusammenhänge interessiert hat, erkennt der Steinbock aus diesen Erfahrungen, dass einige universell wirksame Gesetze in diesem Kosmos herrschen, die ohne Ausnahme für alles und jeden gültig sind. Es geht um die Verbindung zu der Wirklichkeit hinter der Realität. Hinter jedem Ereignis steht ein Gesetz, auch wenn das Gesetz für uns nicht zu erkennen ist. Im Grunde „fällt“ bei einem „Zufall“ jemandem etwas „zu“, was einem höheren Gesetz untersteht. So hat das Gesetz „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu“ für Deutsche und Australier die gleiche Gültigkeit. Auch unterliegt jedes lebendige System dem Gesetz der Polarität mit Zeiten der Aktivität und Zeiten der Ruhe. Das aus der Physik bekannte Gesetz „Wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein“ entspricht der Regel, dass Altes Neuem Platz machen muss. Eine hohe Form der Akzeptanz ist die Einsicht in das Gesetz „es ist wie es ist“. Bekannt sind auch die Gesetze der Nicht-Einmischung in die Angelegenheiten anderer oder Gottes, das Gesetz der Selbstverantwortung und das Gesetz von Ursache und Wirkung: je mehr Polizisten, desto mehr Verbrechen; je mehr Ärzte, desto mehr Krankheiten. Die Gesetze des Geldes sind uns weniger geläufig, nach denen wir Dankbarkeit ausdrücken sollten, indem wir 10% der Einkünfte spenden und unser Geld vermehren können, indem wir 10% der Einkünfte sparen.
Der Steinbock weiß um die Notwendigkeit von Regeln, und er weiß auch, dass man Freiheit gewinnt, wenn man sich an diese Ordnungen hält. Was erst einmal paradox klingt, ist im Grunde ganz logisch: Der Mensch kann sich erst dann weiter entwickeln und in die spirituellen Welten vordringen, wenn er die Gesetze anerkennt und sich ihnen unterordnet. Saturn wird als Hüter der Schwelle bezeichnet, weil erst die Unterordnung gegenüber Gesetzmäßigkeiten den Mensch zur spirituellen Freiheit befähigt - Saturn hütet die Schwelle zur Spiritualität.
Der Steinbock setzt seine natürlichen Fähigkeiten von Disziplin und Ausdauer dafür ein, dass eine Gesellschaft mit Hilfe von Regeln und Absprachen lebensfähig wird. Es geht ihm nicht um seine persönlichen Ziele, sondern um das Zusammenleben der Gemeinschaft. Damit sie funktionieren kann, braucht es allgemeingültige Regeln, an die sich alle halten. Sie sind das Fundament für ein stabiles Gebäude. Da den meisten Menschen das Wissen um die Urgesetze abhanden gekommen ist, braucht es das Prinzip des Steinbocks, das dafür sorgt, dass festgelegt wird, ob Autos auf der rechten oder linken Straßenseite fahren und dass bei Rot gehalten wird. Ferner braucht es politische Gesetze, Hausordnungen und Benimmregeln. Der Steinbock weiß um die kosmischen Spielregeln, und da er sich ohne Protest anpassen kann, ist er sehr erfolgreich. Darüber hinaus hat er die Fähigkeit, das Wesentliche zu erkennen, was ihn im Berufsleben sehr effizient arbeiten lässt. Wenn man einen Blick in seine Wohnung wirft, ist sie nicht nur aufgeräumt, sondern auch sehr sparsam eingerichtet, ohne dabei auf Ästhetik zu verzichten. Das Wesentliche ist vorhanden, aber die überflüssigen Staubfänger und das passende Paar Schuhe zu jedem Kleid sucht man hier vergebens. Der Turm aus dreckigem Geschirr wird erst gar nicht gebaut, und die beiden Pflanzen wirken dank guter Pflege kraftvoll und stabil. Seine Ordnungsliebe ist funktional und seine Pünktlichkeit nicht zurechtweisend, sondern respektvoll.


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