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Ausgabe Juli/August 2002
Nahrungsergänzung

Brauchen wir sie und wenn ja, wozu?

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Eine gesunde Ernährung und Unterstützung des Körpers in seinen Vitalfunktionen ist wichtig, um sich wohl zu fühlen. Leider sind heutzutage selbst in frischen Lebensmitteln oft nur noch ein Teil der nötigen Nährstoffe enthalten. Nahrungsergänzungsmittel bieten eine praktische Hilfe - die richtige Auswahl allerdings ist schwierig. Die ganzheitliche Ernährungsberaterin Eva Wermelskirch informiert über das Angebot und den Nutzen der verschiedenen Präparate. Es ist der Auftakt einer Reihe, die auf die unterschiedlichen Mittel einzeln eingehen wird.

Ist es überhaupt nötig, unsere herkömmliche Nahrung zu „ergänzen“?
Der Körper benötigt für seine optimale Funktionsfähigkeit eine ganze Palette von Nährstoffen. Dazu gehören Eiweiße, Vitamine, Mineralien, Spurenelemente und unzählige weitere Stoffe, die ihm täglich zugeführt werden müssen. Früher sind diese „Bausteine“ noch in ausreichender Menge in unserer Nahrung enthalten gewesen, heute sieht es leider ganz anders aus: In den meisten Obst- und Gemüsesorten sind nur noch ca. 30% der früher berechneten Vitamine enthalten. Durch Düngung, Monokulturen, kurze Reifedauern und lange Lagerzeiten sind viele Nährstoffe gar nicht mehr in der Frucht oder zerfallen, bevor sie in der Küche landen. Wird das Gemüse dann noch gekocht oder gebraten, ist kaum noch etwas außer ein paar Mineralien und Ballaststoff mit Kohlehydraten übrig. Zusätzlich verzehren die meisten Menschen zu große Mengen an Zucker, einfachen Kohlehydraten und tierischen Fetten. Diese muss der Körper umbauen, umwandeln und entsorgen, was meist einen großen Energieaufwand bedeutet, Nährstoffe „verbraucht“ und als Fettdepots sichtbar wird, was später dann das Herz-Kreislauf-System und die Gelenke belastet.

Nutzen der Nahrungsergänzungsmittel
Man kann Nahrungsergänzungsmittel in drei Gruppen unterteilen, die jeweils zu unterschiedlichen körperlichen Bedürfnissen passen.
Basisnährstoffkomplex
Menschen, die sich bereits recht bewusst ernähren, sollten täglich ein ausgewogenes Basisprodukt verwenden. Es enthält idealerweise eine synergetisch abgestimmte Mischung aus den notwendigen Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen und einen hohen Anteil von Antioxidantien. Antioxidantien neutralisieren im Körper so genannte „freie Radikale“, womit aggressive Sauerstoffmoleküle gemeint sind, die durch Rauchen, UV-Strahlung und Umweltgifte entstehen. Sie greifen gesunde Zellen an und treiben den gesamten Alterungsprozess des Körpers maßgeblich voran. Es ist also sinnvoll, durch extra Antioxidantien diesen Zellschäden rechtzeitig vorzubeugen.
Mononährstoffpräperate
Viele Menschen sind dauerhaft oder kurzfristig erhöhter Belastung ausgesetzt. In diesen Fällen sollte man gezielt ein passendes Präparat wählen. Monopräparate enthalten nur einen Nährstoff, in höherer Dosis als in Multiprodukten. Raucher sollten auf einen höhere Vitaminzufuhr achten: Vitamin A und E stehen hier an erster Stelle. Für viele Frauen sind Eisenpräparate und Calcium nützlich. Da Frauen nach dem Klimakterium zu Osteoporose neigen, ist es wichtig, täglich genug Calcium aufzunehmen, um die Knochen frühzeitig zu schützen. Frauen, die die Antibaby-Pille verwenden, benötigen vermehrt Vitamin B, speziell Folsäure. Besonders wenn durch die Pille „vermeintliche“ Nebenwirkungen verspürt werden, wie leichte Depressionen, Kopfweh oder sensiblere Haut, kann erst einmal etwas mehr Vitamin B verzehrt werden, häufig bessert sich das Befinden innerhalb von zwei bis drei Monaten.
Amino-Komplexe
Auch Sportler haben einen individuellen Nährstoffbedarf: Eine optimale Mischung aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß sowie ein erhöhter Mineralbedarf kann durch die richtigen Mittel gut und effektiv ausgeglichen werden und die positive Wirkung des Sports verstärken. Die Muskeln und Gelenke werden speziell mit den richtigen „Baustoffen“ unterstützt und so auch gepflegt.
Phytopharmaka
Hinter diesem neuen Trend verbergen sich Komplexmittel, die ausschließlich aus pflanzlichen Inhaltsstoffen bestehen und manchmal mit anderen natürlichen Stoffen kombiniert werden. Die Einsatzgebiete sind hier meisst nur als Kur nötig, haben aber verblüffende Effekte. Besonders nützlich sind Produkte für:
- Gelenke (Glucosamine),
- Hauterkrankungen und Rheuma (Aloesaft),
- Entgiftung- und Leberreinigung (Mariendistel und Kräutermischung),
- Hirndurchblutungs- und Konzentrationsverbesserung (Gingko Biloba),
- Darmsanierung (Algen und Bifido-Kombinationen),
- Bluthochdruck (Mittel auf Ballaststoffbasis).
Obwohl ein Mangel an Nährstoffen nur im Extremfall konkret spürbar wird, ist gerade hier systematisches Vorbeugen eine notwendige Altersvorsorge, denn die ernährungsbedingten Folgeschäden, speziell im Bereich Muskeln und Gelenke, Immunsystem und Herz-Kreislaufsystem sind häufig erst nach einigen Jahren sichtbar und werden dann oft „chemisch“ behandelt. Eine Kombination aus gesunder vollwertiger Ernährung und den passenden Nahrungsergänzungsmittel sowie Bewegung liefern einen wirklichen Beitrag für einen gesunden, leistungsstarken Körper bis ins hohe Alter. Der erste Schritt kann ein Gespräch mit einem ganzheitlichen Ernährungsberater sein. Er bespricht ausführlich die Nahrungsmittel und den Plan für das persönliche Ziel. Langfristig sollte ein guter ganzheitlicher Ernährungsberater „selbstständig“ machen.
Im nächsten Heft mehr zur „ Aloe“ als Nahrungsergänzung und gesundheitspflegende Pflanze.


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