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Ausgabe Juli/August 2001
Aufrichtung - Intuition und Vertrauen

Die strukturelle Körpertherapie nutzt die Zusammenhänge zwischen Körper, Geist und Seele.

art1716
Herbert Grassmann erläutert die vier Säulen, auf denen diese Methode aufbaut , um zu körperlicher und emotionaler Aufrichtung zu gelangen.
Nächste Ausbildung in Struktureller Körpertherapie: ab Oktober auf Mallorca, 3 x 15-tägige Intensivausbildung: Selbstentdeckung - Neuordnung der räumlichen Beziehung der Körpersegmente zueinander, Techniken zur Neugestaltung von Faszienstrukturen, Basistechniken einer emotionalen Begleitung von Körperprozessen, Selbstentfaltung - Aufrichtung entlang den räumlichen Achsen, Somatische Traumatherapie, Strukturelle Bewegungslehre.

Man kann die Aufrichtung des Menschen als einen lebenslangen Prozess der Gleichgewichtssuche beschreiben. All die Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens gemacht haben, spiegeln sich in unserem Körper wieder. Je nachdem, wie starr unsere Auseinandersetzung mit schmerzhaften Erlebnissen verlief, wird sich dies in dem Gestaltungsprozess des Körpers zeigen. Diese Anpassungsleistung hat letztlich verschiedene Gesichter, sie liefert uns Menschen aber auch einen Weg zur eigenen Intuition und macht uns Mut zu Vertrauen.
Die Strukturelle Körpertherapie bietet durch die psycho-somatische Herangehensweise den Zugang zu den eigenen Stärken und Bewältigungsstrategien. Im Verlaufe der fein aufeinander abgestimmten Sitzungen wird deutlich, dass das Erkennen der engen Verbindung von körperlichem mit seelischem Prozess eine neue Qualität der „Aufrichtigkeit“ mit sich bringt. Seelisch werden wir oft zwar empfindsamer, aber auch offener, weicher und mit mehr Liebe zur eigenen Wahrhaftigkeit: Wir müssen uns nicht mehr hinter unserem Körper- und Gefühlspanzer verschanzen. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir allen Einflüssen hilflos ausgeliefert sind. Wir handeln lediglich mehr nach unseren inneren Impulsen und weniger nach dem, was „man“ in bestimmten Situationen tut oder nicht tut. Wir fühlen und handeln „authentischer“, mehr im Einklang mit uns selbst und aus unserer Mitte heraus. Körperlich bedeutet ein solcher Prozess, dass emotionale Stress-Symtome abgebaut werden und das eigene Körperempfinden sich erheblich verbessert.
Vor 10 Jahren entwickelte ich mit Erich von Derschatta die Methode der Strukturellen Körpertherapie mit der Vision der menschlichen Aufrichtung und Integrität - ein körper-psychologischer Prozess der Mensch-Werdung. Dazu gehört die Entwicklung des körperlichen Entwicklungspotenzials wie auch eine emotionale Reifung und die Heilung von Traumata. Die Methode der Strukturellen Körpertherapie ist auf vier Säulen aufgebaut:
1. Der Somatische Aufrichtungsprozess - Die Integritätsleistung des Myofaszialen Systems
Die Basis oder die Wurzeln der Strukturellen Körpertherapie liegen im „Somatischen Aufrichtungsprozess“ über mindestens 10 Behandlungsschritte. Das myofasziale System, bestehend aus Muskeln und Bindegewebe und von Ida Rolf als „Organ der Form“ bezeichnet, wird durch körpertherapeutische Griffe gelockert, gedehnt und bis in tiefe Schichten des Körpers so organisiert, dass eine „natürliche Aufrichtung des Körpers“ die Folge ist. Die Wurzeln dieser Arbeit liegen in der bahnbrechenden Arbeit der amerikanischen Biochemikerin Dr. Ida Rolf mit ihrer „Strukturellen Integration“, die in der Strukturellen Körpertherapie modifiziert wurden. Die „Kunst der Aufrichtung“ besteht darin, dem Menschen einen tiefen Eindruck seiner eigentlichen körperlichen „Größe“ und Gestalt ahnen und spüren zu lassen. Mehr Anmut und Leichtigkeit, Flexibilität und Beweglichkeit des ganzen Menschen sind die Folge.

2. Der Emotionale Aufrichtungsprozess
Die Aufrichtung kann jedoch nur durch einen begleitenden „emotionalen Aufrichtungsprozess“ langanhaltend gesichert werden. Die in den Faszien und deren Verklebungen gebundenen seelischen Blockaden können im achtsamen Dialog bewusst gemacht und schließlich transformiert werden. Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit sind die wichtigsten Prinzipien einer nondirektiven, körperorientierten Gesprächsführung. Das „innere Kind“ und die „neutrale Beobachterin“ in uns werden gleichermaßen für die Integration der Kindheitserfahrungen angesprochen. Hier hat die körperzentrierte Psychotherapie von Ron Kurtz wesentliche Impulse für die integrative Arbeit der Strukturellen Körpertherapie gesetzt.

3. Trauma - ein psychosomatischer Heilungsprozess
Anders als entwicklungsgeschichtliche Aspekte müssen traumatische, oft einmalige Einschnitte in das körperlich-seelische Geschehen behandelt werden. Der „Schrecken“ eines Traumas wie z.B. sexueller Missbrauch lässt dem Betroffenen oft nur die Möglichkeit, die Gefühle der Angst und Hilflosigkeit im Körper einzufrieren. Um die Gefahr zu bannen, bei einer Annäherung an das Ursprungstrauma dieses verstärkt zu wiederholen, müssen wir uns durch Aktivierung von körperlichen und seelischen „Ressourcen“ vorsichtig und achtsam dem Trauma nähern und können so dazu beitragen, dass der „Schrecken überwunden“ werden kann.

4. Die Logik der Körpersprache - Innere Wahrnehmungsmatrix und äußere Bewegung
Um die körperlichen und seelischen Blockaden dauerhaft zu lösen, hat die Strukturelle Körpertherapie ein vielfältiges Instrumentarium entwickelt, in dessen Mittelpunkt die integrierende Bewegung als Mittler zwischen körperlichen Strukturveränderungen und seelischem Wandel steht. Die körperlichen Gewohnheitsmuster, repräsentiert als innere Wahrnehmungsbilder und -muster, werden erforscht und dienen dazu, ein neues Gefühl der inneren und äußeren Aufrichtung im Alltag zu verankern. Meditative Bewegungs-Übungen ergänzen den umfassenden Prozess.
Nächste Ausbildung in Struktureller Körpertherapie: ab Oktober auf Mallorca, 3 x 15-tägige Intensivausbildung: Selbstentdeckung - Neuordnung der räumlichen Beziehung der Körpersegmente zueinander, Techniken zur Neugestaltung von Faszienstrukturen, Basistechniken einer emotionalen Begleitung von Körperprozessen, Selbstentfaltung - Aufrichtung entlang den räumlichen Achsen, Somatische Traumatherapie, Strukturelle Bewegungslehre. Anmeldung und weitere Infos zur Ausbildung beim Institut für Strukturelle Körpertherapie, Jagdstr. 12, 90419 Nürnberg, Tel: 0911 - 53 61 65, Fax: 0911 - 39 37 952, www.strukturellekoerpertherapie.de. Kontakt in Berlin Silke Göttsche, Tel: 341 60 85, Martin von Elm, Tel: 61 28 37 40


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