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Ausgabe Juli/August 2002
Von Beruf Medium

Ein Channelbericht

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Anna ist ein Medium. Schon seit ihrer frühesten Jugend kennt sie den Kontakt mit Lichtwesen. Nachdem sie lange als Lehrerin und in der EDV gearbeitet hat, aber dabei keine Zufriedenheit spürte, macht sie nun ihr Hobby zum Beruf. Bettina Bach war bei ihr und berichtet.

“Meine Lieblingsfarbe”, sagt Anna Bahlinger, als ich mit einem roten Blumenstrauß vor ihrer Tür stehe. Zufall, denke ich. Oder nicht? Seit zwei Jahren kenne ich Anna, war aber noch nie bei ihr zu Hause. Jetzt betrete ich eine Berliner Altbauwohnung. Hohe Decken, große Fenster, zwei Zimmer. Pflanzen, die prächtig gedeihen. Nachdem Anna die Blumen in eine Vase gestellt hat, erzählt sie, sie habe zwei Jahrzehnte als Gymnasiallehrerin und in der EDV gearbeitet. Aber sie war nie zufrieden mit ihrem Leben. Dass sie Bilder sieht, die sich später bewahrheiten, kennt sie seit frühester Jugend. Durch ein Medium bekam sie den Tip, das automatische Schreiben auszuprobieren. Anna schrieb - mit der linken Hand, sagt sie, die rechte sei ihr Ego – und Manuel, ihr Schutzengel, meldete sich. Er führte ihre Hand, ließ sie für sich schreiben. Später kamen seine Sätze direkt in ihren Kopf, und dann meldeten sich immer mehr Lichtwesen, die durch sie sprechen wollten. Mittlerweile lässt Anna sie jeden zweiten Dienstag zu Wort kommen. Im Lichtring, einer ganzheitlichen Begegnungsstätte in Charlottenburg.
Angel-Talk
Wenn Engel durch Anna sprechen, sperren weiße Vorhänge das Alltagsleben aus. Die Deckenbeleuchtung ist heruntergedimmt. Kerzen brennen auf dem Boden. Ihr flackerndes Licht fällt auf einen Blumenstrauß. Männer und Frauen liegen zwischen Kissen und Decken, ein paar sitzen auf Stühlen. Erst wird gesungen, dann fällt Anna in einen halbwachen Zustand. Durch ihre geschlossenen Augen sieht sie Licht, das von vorne und oben in sie eindringt. Ihr Bewusstsein spaltet sich. In einen Teil, der dem Lichtwesen zur Verfügung steht, und mit dessen Hilfe es Anna seine Gedanken äußern lässt. Und in einen anderen Teil, der Anna bleibt. Ganz in weiß gekleidet sitzt sie dabei auf einem großen Kissen, und ihr Körper und ihre Arme bewegen sich hin und zurück, hin und zurück. Ein Ausdruck der Schwingung, die das Wesen aussendet, das in sie eindringt. Auch an diesem Abend meldet sich jemand. Annas Stimme klingt verändert. Dunkler, sicherer, flüssiger.
Der Graf von Staint Germain
Das Wesen stellt sich als Saint Germain vor. Nach der Begrüßung spricht es über die Ehre. Ein Thema, das ihm liegt. Auch wenn es altertümlich anmutet, aber der Begriff erinnere es an seine letzte Inkarnation. Da soll es der Graf von Saint Germain gewesen sein, der zu Lebzeiten eine Art Jungbrunnen entdeckt hat. Die Quintessenz seiner Rede ist klar – wir sollen uns ehren, also das, was wir sind, respektieren und lieben. Ich soll mich lieben, auch wenn meine Mutter mich annervt und ich ein schlechtes Gewissen deswegen habe. Dann soll ich mein Angenervtsein und mein schlechtes Gewissen lieben. Ich soll alles, was ich bin, lieben. Nach seiner Rede beantwortet Saint Germain Fragen. Aber er nimmt niemandem die Entscheidung ab. Wie die Zukunft wird, weiß auch Saint Germain nicht. Alles ist fließend und ändert sich in jeder Sekunde. Gleichzeitig ist es tröstend zu erfahren, dass man nichts falsch machen kann. Egal, wie die eigene Entscheidung ausfällt, jede Situation, die sich daraus ergibt, ist dazu da, um sich kennen zu lernen. Darauf kommt es an, sagt Saint Germain. Selbsterkenntnis.

Human-Design-System
Es ist auch Annas Wunsch, den Menschen zu helfen, sich zu erkennen und zur Ganzheitlichkeit zu gelangen. Dabei nutzt sie auch das Human-Design-System. Dieses System bedient sich der Astrologie, der Kabbala, der Chakrenlehre und des I Gings, um einen Menschen, seine Veranlagungen und Möglichkeiten zu erfassen. Insofern bildet es eine Ergänzung zum Channeln. Während die Lichtwesen jeden Menschen ermutigen, alles zu tun, was ihn freut, zeigt das Human-Design-System Stärken und Schwächen des Einzelnen und bietet konkrete Lebenshilfe. Anna wurde von ihrem Schutzengel aufgefordert, mit diesem System zu arbeiten. Mittlerweile gibt sie Kurse und Einzelsitzungen in Berlin, Süddeutschland, der Schweiz und auf den Kanaren. Bis vor kurzem bekam Anna Arbeitslosengeld. Freiwillig hat sie sich abgemeldet - um in eine Ernsthaftigkeit zu kommen, sagt sie. Channeln und Human-Design-Kurse sind nicht nur Hobbys. Für Anna sind sie ihr Beruf, und sie möchte davon ihren Lebensunterhalt bestreiten. Auch wenn das Geld bisher noch nicht ausreicht. Über die Richtigkeit ihres Weges gibt es keinen Zweifel - Anna spricht von einer grundsätzlichen Sicherheit in sich. Sie weiß, dass das, was sie tut, stimmt.


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