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Ausgabe Mai/Juni 2002
Unter dem Baobab

Infoabend über innere und äußere Erlebnisreise nach Kenia mit Sunja Kazungu

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Oft ist es so, dass die Geschwindigkeit unseres Lebenszuges uns den Atem raubt, unsere innere Lebensreise mit all den kraftvollen Bildern überrollt, unser Selbst übertönt und platt walzt... Nun, ein solch rasender Schnellzug wird die Ugandabahn, in der ich mich gerade mit Freunden befinde und die Mombasa mit dem Viktoriasee und Kampala verbindet, nicht werden. Das ist nicht zu befürchten, denn noch immer rattert sie so gemütlich wie in den Pioniertagen, als sie von den Chinesen erbaut wurde.

So sind meine Gedanken, während die afrikanische Urlandschaft in all ihrer beeindruckenden Schönheit an mir vorbeizieht. Die Nacht kommt, wie immer in Ostafrika überraschend, und wir begeben uns auf den seit Jahrzehnten unverändert höchst abenteuerlichen Weg von Abteil zu Abteil in den Speisewaggon. Drinnen empfangen uns Kerzenlicht, feines, englisches Porzellan und ein erlesenes Dinner - Segnungen einer alten Welt, angetan, Sehnsüchte heraufzubeschwören und Forscherdrang zu erwecken. Und dann wie ein Blitz die Erkenntnis: Auch die Pioniere damals folgten einer Vision, haben eine Reise in eine noch unbekannte, aber mögliche neue Welt getan und sie mittels ihrer Absicht realisiert! - Alles ist also offen! Begleitet von der Süße, die unser innerstes Wesen wie ein Meer aus Honig durchzieht, das sich bildet, wenn wir alles und jedes mit neuen Augen betrachten, fern von allem Gewohnten, erkennen wir unser HEIMAT-ICH!

Zurück im bequemen Schlafwagen, in meinem Abteil, durchziehen schemenhaft die Tiergestalten des vergangenen Tages meinen Traum. Es ist, als würde sich die Vergangenheit mit der Zukunft verbinden und in einem ekstatischen Punkt aus Gegenwärtigkeit, aus Präsenz also, verschmelzen. Ein Naturtheater, das anstatt einer einzigen gültigen Antwort ein ganzes Szenario entwirft mit der Überschrift: Und hier finde auch du deinen Platz! Es ist der Bauplan zum ureigenen Leben. ‘Bitte sehr’, scheinen sie zu sagen, Giraffe, Leopard und Gnu, während sich der König der Könige mit der Königin auf einem Hügel malerisch vermählt. Im Hintergrund ein schneebedeckter Berg, Wahrzeichen Afrikas, inwendig Feuer, immer währende Präsenz: Hier bin ich! - Willst du es wirklich wissen, wie das zusammengeht, sich zugleich kämpferisch einzusetzen für eine neue Welt und das Herz offen zu halten für das Wunderbare? Willst du? - Dann musst du vor allem aufhören, das Alte zu stabilisieren und darfst damit beginnen, das Neue willkommen zu heißen und, wo immer es dir begegnet, zu würdigen: Die Heilung des Herzens. Hier am Äquator erwachen zur Ekstase, dem höchsten Gefühl, zu dem ein Mensch fähig ist. Was bedeutet diese Reise für den hiermit Eingeladenen noch?

Nachdem wir von den schönsten Naturschutzgebieten Kenias zurückgekehrt sind, verlassen wir den Zug in der kenianischen Hafenstadt Mombasa am Indischen Ozean. Unterwegs haben sich Geheimnisse um unsere Vollständigkeit gelichtet, und wir lassen uns treiben im Ozean, spazieren am kilometerlangen, weißen Sandstrand, einem der schönsten der Welt. Oder reiten ihn entlang auf unseren Pferden... Abends meditieren wir unter ‘unserem’ baobab - dem Affenbrotbaum - und erkennen, dass wir mit dieser Reise wieder einmal unserer Wahl die Treue hielten: Der Sehnsucht in uns Raum zu geben, uns durchlässig zu halten für das aufregendste Abenteuer, das es gibt: In unser Selbst hineinzuwachsen, - das heißt auch, frei zu werden von der Zustimmung oder Ablehnung anderer, frei zu werden von der Sucht zu manipulieren und manipuliert zu werden. Der baobab lehrt es uns immer wieder, ebenso wie der magische Nachthimmel Afrikas. Betreten wir den heiligen inneren Raum in unserer Kontemplation mit dem Baum, sammeln wir Schätze ein, die uns im allzu geschlossenen Abteil unseres Lebenszuges entgehen. In diesem Land in Afrika, das sich aus dem Banne der Dunkelheit befreit, begegnet uns auch das Licht. Einmal mehr wissen wir: Man wird nicht als Liebender geboren - ebenso wenig, wie man als Vater oder Mutter geboren wird. Man muss lernen, sich der Liebe zu beugen! An heiligen Stätten, im unendlichen Austausch der beiden Energien, entsteht sie aus schöpferischer Harmonie: die Liebe, die stärkste Kraft.
Reise innerhalb Kenias mit Zug, Jeep und Flugzeug. Einzelretreats und Clearings, Clearings von Beziehungen und das Schreiben von Lebensbiografien am Indischen Ozean in traumhafter Atmosphäre zu jedem gewünschten Termin möglich.


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