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Ausgabe Mai/Juni 2002
Schlüssel zu anderen Dimensionen - Holo Sync 3 D-Musik

Infoabend mit Michael Pahl

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Wie der Münchener Hirnforscher Michael Pahl über eine neue Raumklangtechnik abenteuerlustige Menschen auf andere Bewusstseinsebenen führt - Ingomar Schwelz hat es ausprobiert.

Klangzauber

Der Klangzauber hört sich an wie die Wirklichkeit: Im dreidimensionalen Raum höre ich oben das Zwitschern von exotischen Vögeln, unten das Rauschen eines kleines Baches, und selbst der Wind streicht wie in der wahren Natur durch die Blätter der Bäume. Über den 3 D-Kopfhörer empfange ich überrascht ein Klangerlebnis, als sei ich mitten im Urwald. „Schaffe dir jetzt deine Vision von deiner Landschaft“, weist mich eine sanfte Stimme an. Obwohl ich es mir in einem völlig abgedunkelten Raum, eingehüllt in eine Decke, auf einer Liege bequem gemacht habe, spüre ich das klare und warme Wasser des Baches über meine nackten Füße fließen. In meiner Vision kreiere ich mir ein leuchtend rotes Mohnfeld, einen saftig-grünen Wald und die strahlendsten Pflanzen, die ich mir nur ausmalen kann. Bald breitet sich ein Farbenmeer um mich herum aus. Vorne fließt der Bach ins Meer. Ich spaziere durch Dünen und fühle mich wie bei meinem letzten Urlaub auf Mallorca.

Holo Sync 3 D-Musik

Woche für Woche schickt der renommierte Bewusstseins- und Hirnforscher Michael Pahl in seinem Blue Liners-Institut Menschen mit Lust auf geistige Abenteuer auf eine außergewöhnliche Reise, die richtig „high“ machen kann. „Holo Sync 3 D-Musik“ nennt Pahl seinen sich im Raum frei bewegenden Sound, der sich um den Hörer herumbewegen kann wie ein Wirbelwind. Obwohl ich liege, verliere ich bisweilen den Gleichgewichtssinn und weiß bald nicht mehr, wo oben und unten, links und rechts ist. Früher versuchten die arabischen Sufis und andere Mystiker durch Drehtänze in ganzheitliche Bewusstseinszustände und außersinnliche Wahrnehmungen zu kommen. Heute also bleibt der spirituell Suchende einfach bequem auf dem Sofa liegen und lässt die Musik um sich herum drehen. Sollte wirklich so einfach zu erreichen sein, was früher einzelnen Heiligen und erleuchteten Yogis erst durch lebenslange spirituelle Disziplin und Askese vorbehalten war? „Ihr sollt fühlen“, sagt Pahl und fährt dabei begeistert mit den Händen durch die Luft, „dass ihr mehr seid als euer materieller Körper.“ Im Laufe von drei Tagen führt uns eine CD nach der anderen sanft zu einem Punkt, wo sich das Bewusstsein beinahe wie von selbst vom Körper trennt und durch einen Tunnel in eine Sphäre jenseits von Raum und Zeit gleitet - in ein „holotropes Bewusstseins-Universum“, wie er es bezeichnet.

Höhere Bewusstseinsebenen

Weil er von einem „Gedächtnis ohne materielles Substrat“ ausgeht, gilt der 50jährige bei vielen konservativen Wissenschaftlern als Phantast. Zu absurd klingt ihnen die Vorstellung, Normalsterbliche über die Beeinflussung ihrer Gehirnwellentätigkeit in höhere Bewusstseinsebenen zu schicken. Doch der Hirnforscher, der sein Verfahren zum Patent angemeldet hat, ist sich nach jahrelangen Forschungen sicher: „Heute ist es möglich, viele Menschen in solche Sphären zu schicken.“ Was Schamanen seit Urzeiten über Meditation, Yoga und stark bewusstseinsverändernde Mittel wie Trommeln, Rasseln, rhythmische Tänze und Gesänge sowie über heilige Zeremonien und psychedelische Pflanzen anstreben, soll jetzt an einem verlängerten Wochenende bei gemütlichem Liegen mit einem computermodulierten Raumklangverfahren im Ruck-Zuck-Verfahren möglich sein: das Andocken an das „Urdenken“, wie es Anthropologen nennen, an das von C.G. Jung postulierte kollektive Unbewusste oder an das vom Anthroposophen Rudolf Steiner als Akasha-Chronik bezeichnete universelle Wissen.

Holotropes Bewusstseins-Universum

Der fortschrittliche Teil der Hirnforschung kann heute belRaumes und der linearen Zeit transzendieren kann. Pahl hält es für wahrscheinlich, dass einzelne geniale Menschen wie Leonardo da Vinci, Johannes Kepler, Mozart, Beethoven, Albert Einstein oder Jules Verne von Natur aus in dieses holotrope Bewusstseins-Universum eintauchen und dort gespeichertes Wissen anzapfen konnten. Dort bekamen sie die Inspiration für ihre epochalen Werke in der materiellen Welt. Bewusstseinsforscher Pahl musste nach eigenen Aussagen lange nach einem geeigneten Tonstudio suchen, in dem er jenes räumliche Klangerlebnis erzeugen konnte, das die menschlichen Hirnwellen wie bei einem Radio auf die feinsten Schwingungen einstellt. „Ich will“, sagt der Musik-Schamane, „Technik und Spiritualität zusammenbringen. „Beim Hören verbinden sich die linke - analysierende - und die beim modernen Menschen weniger trainierte rechte - bildhaft-emotionale - Gehirnhäfte miteinander.


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