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Ausgabe Mai/Juni 2002
Buddha-Festival Berlin 2002

Ein Beitrag von Sylvia Wetzel zu Buddhas Geburtstag, Erwachen und irdischem Verlöschen.

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Manche Menschen feiern den Namenstag und manche den Geburtstag. Warum tun wir das eigentlich? Freuen wir uns über unsere Geburt, die den Anfang unseres Lebens in dieser Welt darstellt? Über die Möglichkeiten, die diese Leben bietet? Gewöhnliche Menschen feiern ihren eigenen Geburtstag, und sie feiern auch den Geburtstag von Menschen, die sie als Vorbilder betrachten, die sie verehren und wertschätzen. Weihnachten, die Geburt des christlichen Erlösers, ist für viele Menschen einer der wichtigsten Feiertage im Jahr, selbst dann, wenn sie keine besonders starke Beziehung zum christlichen Glauben mehr haben.

Buddhisten in aller Welt feiern Buddhas Geburtstag, sein Erwachen und seinen Eingang ins Paranirvana (großes Erwachen, die Bezeichnung für das irdische Verlöschen des Buddha). Sie gedenken dieser wichtigen Ereignisse im Leben des Buddha zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Das hängt damit zusammen, dass es im Buddhismus keine zentrale Instanz gibt, die gemeinsame Feiertage bestimmen könnte. Der Buddhismus gelangte in den letzten zweieinhalbtausend Jahren in unterschiedliche Kulturen, und unterschiedliche Kulturen kennen unterschiedliche heilige Tage, und neue Religionen neigen überall auf der Welt dazu, alte Festtage zu besetzen. Das Buddhistische Haus in Frohnau ist der älteste Tempel in Berlin. Dort leben Mönche aus Sri Lanka, und diese folgen der Theravada-Tradition. Sie feiern den Geburtstag des Buddha am ersten Vollmond im Monat Mai, der auf singhalesisch Vesakh heißt. In diesem Jahr am Sonntag, den 26. Mai.

Die buddhistischen Gemeinden aller Traditionen in Berlin haben sich 1996 darauf geeinigt, das Vesakh-Fest im Mai zu feiern, auch wenn andere buddhistische Schulen das traditionell zu anderen Zeiten tun. Damit wir uns gegenseitig zum Vesakh-Fest besuchen können, legen wir das Buddha-Festival auf einen Samstag vor oder nach dem offiziellen Datum, und zwar in der Regel Anfang Mai. Die japanischen Zen-Buddhisten begehen Buddhas Geburtstag im Dezember und die tibetischen Buddhisten feiern „Sakadawa“ (wörtlich: Sakya-Mond, der Mond des Weisen aus dem Sakya-Stamm) einen Monat nach den Theravada-Buddhisten. Der erste Vollmond im Mai liegt in der Regel in die Nähe von Pfingsten. Das Thema des christlichen Pfingsten ist die Erleuchtung der Jünger Jesu, die Herabkunft des Heiligen Geistes. Im letzten Drittel des Mai beginnt das Sternzeichen Zwilling, und auch da geht es um geistige Erneuerung. Wie dem auch sei, um die Zeit des Vollmonds im Monat Mai scheinen die Menschen seit alters her ihrer geistigen Möglichkeiten zu gedenken.

Wenn Buddhisten der Geburt, des Erwachens und des Paranirvana des Buddha gedenken, freuen sie sich, dass es einst einen Menschen gab, der Weisheit und Liebe verwirklichte, lebte und lehrte. Dieser Gedenktag soll sie daran erinnern, dass auch sie fähig sind, aus dem Schlaf der Unwissenheit zu erwachen und Buddhas, Erwachte zu werden. Das ist ein Grund zur Freude.
Aus diesem Grund möchten die buddhistischen Gemeinschaften in Berlin und Brandenburg alle Interessierten zum Buddha-Festival am 4. Mai in der UFA-Fabrik einladen.


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