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Ausgabe März/April 2002
Eine neue Balance zwischen den Geschlechtern

Erlebnisabend - mit der Apachen-Medizinfrau Kachinas Kutenai

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Eine neue Definition und ein neues Verständnis der Rollen zwischen Mann und Frau ist für Kachinas Kutenai unabdingbare Voraussetzung im Bemühen, spirituelle Führerschaft im beginnenden neuen Jahrtausend zu erlangen. Ein Bericht von Viktor Rollhausen.

In Übereinstimmung mit lange zurückreichenden Prophezeiungen der amerikanischen Ureinwohner ist der Zeitpunkt gekommen, wo Frauen vor der Herausforderung stehen, einen gleichgewichtigen Anteil an Führung zu übernehmen, denn nur so lässt sich das gegenwärtige Ungleichgewicht korrigieren. Gier, Ignoranz und einseitig männliche Führerschaft haben uns an den Rand der Zerstörung gebracht. Hunger, Krieg, Heimatlosigkeit, Gewalt, Hass und Ignoranz für die Bedürfnisse der Menschheit gehören zum Alltag. Es erscheint hart zu sagen, so Kuchinas Kutenai, dass diese Dinge von einseitig männlichem Denken kommen, aber zur Erinnerung: In der Natur ist es die Frau, welche ernährt.

Indianische Prophezeiungen

Noch vor 500 Jahren hatten die indianischen Ureinwohner von Amerika eine Gesellschaft, die von beiden Geschlechtern bestimmt wurde. Männer und Frauen wurden gelehrt, dass alles Leben heilig ist. Urindianer hatten männliche und weibliche Häuptlinge, und Frauenstimmen wurden in Ratsversammlungen gehört, denn alle Bewohner von Mutter Erde, so die Indianer, sollten auch ihre VerwalterInnen sein.

Im Jahre 1994 wurde eine weibliche Büffelfrau namens „Miracle“ in Amerika geboren. Ihre Geburt wird in Übereinstimmung mit drei urindianischen Prophezeiungen als Zeichen gedeutet, dass die Zeit gekommen ist, in der Frauen ihren Anteil an Führerschaft übernehmen werden - eine Zeit, in der wir Menschen uns gegenseitig wie Mitglieder einer universellen Familie behandeln, ohne Hass oder falsche Ideen in Bezug auf Überlegenheit.
Dazu sind große Veränderungen im Verstehen zwischen Männern und Frauen notwendig. Gestrige Definitionen dessen, was angeblich „richtig ist für den Menschen“ haben sich als falsch für die Erde erwiesen. Spirituelle Führerschaft im Geist einer neuen Partnerschaft zwischen Mann und Frau muss den Puls von Mutter Erde und die Bedürfnisse all ihrer Wesen mit einbeziehen - eine Haltung, die die amerikanischen Ureinwohner aufrechterhalten und gepflegt haben.

Überlieferte indianische Prophezeiungen hatten auch vorhergesagt, dass die Stimme der Indianer jahrhundertelang ignoriert würde, dann jedoch eine Zeit kommen werde, in der spirituelle Inspiration durch Indianer als Notwendigkeit angenommen wird.

Hinwendung zur Spiritualität

Die derzeitige Lage der Menschheit, auf dem Hintergrund einer durch Kriege und Machtkämpfe geprägten Geschichte, fordert eine Hinwendung zu Spiritualität und nicht-materieller Führerschaft. In einem Zeitalter, das durch die stetig zunehmende Beschleunigung aller Abläufe gekennzeichnet ist, schrumpft zunehmend der Spielraum, bedrohliche Fehlentwicklungen zu korrigieren. Einseitig materialistische Sichtweisen der Vergangenheit sind zu einem Ausgleich zu bringen, wenn wir eine intakte Umwelt in einem weltweiten Maßstab erhalten bzw. wiederherstellen wollen. Es ist Zeit, die natürlichen Ressourcen unserer Erde sowohl zu schützen als auch über ihren Ersatz nachzudenken - Luft, Wasser, fruchtbarer Boden, Energiequellen, Pflanzen- und Tierarten.

Kachinas Kutenai spricht nicht über diese Realitäten, um uns zu erschrecken. Vielmehr möchte sie uns vermitteln, wie wir inneren Frieden und Ausgeglichenheit auch in unserer computerisierten Arbeitswelt finden und erhalten können, wie wir erkennen können, dass wir uns auf einem spirituellen Pfad bewegen, der zu Frieden und Wohlstand führt und auch welche Opfer, welche Lektionen, welche Veränderungen dazu eintreten müssen. Sie spricht zu Themen der globalen Wirtschaft und zeigt einen spirituellen Ansatz zum Umgang mit Geld. Ebenso unterstreicht sie die Notwendigkeit des Heilens von sozialen und Regierungssystemen. Kachinas spricht über die Bedeutung von Respekt und Würdigung für die Weisheit der Großväter und Großmütter - ein Respekt, der in vielen Ländern verloren gegangen ist, wie der Umgang mit alten Menschen, mit dem Älterwerden als solchem belegt. In ihren Seminaren spricht sie ebenso über das Thema Reinkarnation aus indianischer Sicht wie über „Native Healing“ - Heilung mit Vergebung, Visualisierungen, Farbe, Licht, Ton, Atmung, Bewegung und Gebet, die nicht für uns Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen genutzt werden können. Heilen aus indianischer Sicht betont die Ganzheit aller Dinge und Lebewesen.


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