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Ausgabe November/Dezember 2001
BrainScanner-Therapie - mit Dr. Peter Sandel

Tag der offenen Tür

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Unangenehme Erinnerungen aus der Kindheit kennt jeder. Daraus resultierende emotionale Blockaden sind lästig und hinderlich auf dem Weg zu einem spirituellen Sein. Die Idee des BrainScanner besteht darin, die zu negativen Erlebnissen assoziierten Gefühle zu reduzieren, ohne sie durch etwas Neues zu ersetzen. Danach bleibt die Erinnerung wertfrei weiter bestehen. Ulrike Zeinab-Askari hat sich mit Dr. Peter Sandel und Roswitha Sandel vom BrainScanner-Insitut Sandel Berlin unterhalten.

Spirituell zu leben heißt, ständig und ganz im Hier und Jetzt zu sein. Um diesem Ziel näher zu kommen, bieten sich viele Wege an. Was uns auf unserem Weg zu diesem Ziel behindert, sind unsere Blockaden, unsere Konflikte, die wir aus unseren Kindheitstagen als zu lösende Aufgaben mitbekommen haben. Doch meist schleppen wir sie ungelöst mit uns herum und akzeptieren, dass sie unentwegt Energie binden und unsere Aufmerksamkeit und Konzentration schmälern. Mit Hilfe des BrainScanner - so versprechen Dr. Peter Sandel und Roswitha Sandel vom BrainScanner-Insitut Sandel in Berlin - gibt es eine neue Möglichkeit, diese bewussten oder unbewussten Konflikte gezielt anzugehen und zu lösen.

Der BrainScanner ist erst etwa 20 Jahre alt. Anlässlich eines Sportwettbewerbs in Österreich entwickelten der Ingenieur P. Aichholzer und der Arzt Dr. Johann Semm die Idee, ein Gerät zur Leistungs- und Motivationssteigerung bei Sportlern zu entwickeln, um die Angst vor kritischen Situationen abzubauen. Dazu nutzten sie die Ergebnisse modernster Gehirnforschung. Die Auflösung blockierender Konflikte gab dem Gerät seinen ersten ursprünglichen Namen: ”Conflict Controlling System”. Es stellte sich bald heraus, dass das Gerät viel weiter reichende Einsatzmöglichkeiten bietet. Überall, wo Konflikte eine Rolle spielen, kommt der BrainScanner, wie er später genannt wurde, zum Einsatz: bei der Behandlung von Minderwertigkeitskomplexen, Verstimmungszuständen, Ängsten, Neurosen und Depressionen ebenso wie bei der Raucherentwöhnung und Gewichtsreduktion.

Nach der Vorgehensweise gefragt, erläutert Roswitha Sandel den Ablauf einer Sitzung, die aus Vorgespräch, Behandlung am Brainscanner und Nachgespräch besteht und 90 Minuten dauert: Der Klient wird durch eine spezielle Musik in einem Zustand tiefer Entspannung gehalten, kann aber während der gesamten Sitzung mit dem Behandler kommunizieren und selbst bestimmen, wie weit er gehen und wann er aussteigen will. Über kleine Sensoren an den Händen werden vom BrainScanner Biosignale gemessen und konfliktabbauende Behandlungssignale dem Klienten wieder zugeführt. Unter Führung des Behandlers versetzt sich der Klient visuell und emotional in die zu bearbeitende unangenehme Situation. An einem Monitor kann der Behandler die Intensität der emotionalen Beteiligung des Klienten verfolgen und mit Fragen oder Hinweisen den optimalen Behandlungsverlauf unterstützen. Je intensiver der Klient in die Situation einsteigt, umso effektiver kann der BrainScanner seine Funktion erfüllen. Dabei wird nicht ein Inhalt durch einen anderen ersetzt, sondern lediglich die mit einem belastenden Ereignis assoziierten Gefühle stark reduziert - die Erinnerung bleibt danach sozusagen wertfrei weiter bestehen. ”Die Erinnerung bleibt, aber der Schmerz geht”, sagt Dr. Sandel.

Nach der Funktionsweise des BrainScanners gefragt, erläutert Dr. Sandel, dass der Apparat ähnlich wie ein EKG- oder EEG-Gerät Körperpotentiale misst. Konflikt-typische Schwingungsmuster werden vom BrainScanner erkannt, herausgefiltert und im Sinne einer negativen Rückkopplung modifiziert. Diese modifizierten Signale werden dem Klienten wieder zugeführt. Der Behandler verfolgt am Monitor die als Kurve dargestellte emotionale Aktivität. Gedankliche Inhalte können nicht identifiziert werden, wohl aber “die emotionale Brisanz eines psychischen Inhaltes”, wie Dr. Sandel sich ausdrückt. Die Behandlung am BrainScanner kann immer nur so weit gehen, wie der Klient es zulässt und wie weit er sich öffnet. Roswitha Sandel ergänzt, dass es dem Klienten sogar möglich ist, ein Problem zu bearbeiten, dessen Inhalt dem Behandler nicht mitgeteilt wird: Man kann sozusagen verdeckt arbeiten.

Nach der Erfahrung aller BrainScanner-Therapeuten, die sich in der ”Internationalen Medizinischen Gesellschaft für Brainscanner-Anwendung, Conflict Controlling und Neurobiologie” mit Vereinssitz in Linz/Österreich zusammengeschlossen haben, höre ich weiter, sind Behandlungen mit dem BrainScanner in der Regel sehr effektiv. Im Vergleich zu anderen Therapiemethoden werden verblüffend wenige Sitzungen benötigt, weil man am BrainScanner sehr rasch zum Kern der Probleme vordringt. Dabei werden üblicherweise in der ersten Woche fünf Sitzungen, in der kommenden Woche drei Sitzungen durchgeführt, um rasch “in den Prozess hinein zu kommen”. Die folgenden Sitzungen können dann in größeren Abständen folgen. “Das arbeitet dann innerlich weiter”, so Dr. Sandel. “Durch eine Behandlung mit dem BrainScanner kann in oft unglaublich kurzer Zeit ein fast hundertprozentiger Erfolg erzielt werden.”

Den Effekt beschreibt Roswitha Sandel ausgesprochen positiv: ”Wenn mit Hilfe des Brainscanners belastende Blockaden abgebaut und die Erinnerungen nicht mehr mit negativen Gefühlen gekoppelt sind, entsteht die Freiheit, über den Zustand der Vergebung hinaus zum Zustand der Dankbarkeit zu gelangen.”



Literatur: Johann J. Semm: Brainscanner - die Therapierevolution, Hammerer Verlag


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