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Zwischen Muttersein und Selbstverwirklichung ... von Amira Trümner und Anne Hackenberger


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Jede Frau hat ihre Geschichte zu erzählen über das Mutter-Sein. Über den Anspruch, es gut zu machen und den großen Wunsch, unseren Kindern die Liebe zu geben, die sie verdienen. Manche Mütter haben auch eine Geschichte über ihre Sehnsucht zu erzählen. Denn neben dem Herz, das für die Kinder und die Familie schlägt, ist da auch der große Wunsch nach Selbstverwirklichung.

Um Muttersein und Selbstverwirklichung zu verbinden, müssen wir Vorstellungen über Bord werfen und Pionierinnen für den eigenen Weg werden. Das ist gar nicht so leicht, denn wir haben hier kaum Vorbilder. Alles „unter einen Hut zu bringen“ erscheint oftmals unmöglich. Um die notwendigen Veränderungen in der Welt zu bewirken, braucht es uns Frauen. Frauen, die mit mutigen Ideen und ihren Visionen voran gehen. Frauen, die Kinder ins Leben begleiten, die mutig und stark genug sind, sich in einem System zu bewegen, das kurz vor dem Kollaps steht.

Das Muttersein anders leben, als geplant
Es sind oft unsere Bilder von einer guten Mutter, die uns so atemlos machen. Die Idee, wir müssten immer funktionieren, nie ausrasten, stets verfügbar sein. Wir dürfen lernen nicht mehr aus der Perspektive: "Wie wäre die perfekte Mutter?“ zu schauen, sondern „Wie kann ich meinem Kind ein Vorbild darin sein, glücklich, erfüllt und zufrieden zu leben? Und wie kann ich ihm das Gefühl geben, dass sein Platz in meinem Leben sicher und gewollt ist?“

Fragen wie diese können uns helfen, in Kontakt mit unserem Herzen zu bleiben. Manchmal braucht es allerdings auch eine echte Umstrukturierung der Familie. Weg vom „so lässt es sich organisieren“ hin zu „so macht es uns glücklich.“ Das bedeutet, wirklich zu fühlen und ehrlich mit sich selbst zu sein. Was brauche ich? Was brauchst du? Was brauchen wir?

Sich fühlen. Sich zulassen. Sich wandeln.
Ein guter Weg, um leichter zu erkennen, was gerade „dran“ ist, besteht darin, sich wieder mit der eigenen Körperweisheit zu verbinden. Es ist ein achtsames Hineinspüren in den eigenen Körper, ein Lauschen auf das Wissen meines Körpers. Was spüre ich dort?
Wenn wir in unseren Körper kommen, uns unserer Gedanken und Gefühle bewusster werden, lernen wir in uns zuhause zu sein. Wissen und Weisheit darum wie es geht, eine nährende Mutter zu sein und unseren Platz in der Gemeinschaft einzunehmen, leben in jeder Frau – in jeder Zelle. Wir wissen, wie Leben geht. Wir gebären es seit Jahrmillionen.

Sich den Fragen widmen, die wir nicht laut stellen
Wenn wir etwas Zeit für uns finden, dann kommen oft Fragen ans Licht, die wir im geschäftigen Alltag nicht laut stellen. Was will ich eigentlich vom Leben? Wo ist mein Platz? Was ist meine Bestimmung?
Bestimmung ist keine im Außen gelebte Beschäftigung, sondern die in uns wach gewordene Liebe unseres Lebens. Es ist das, was sich durch uns erfüllt, wenn wir uns erlauben, ganz wir selbst zu sein. Wir müssen dafür niemand anders werden und nirgendwo anders hin. Wir dürfen dabei genauso wie beim Muttersein Masken und Bilder fallen lassen. Vorstellungen loslassen. Lieben. Die eigene Bestimmung zu leben, ist dem Weg des Mutterseins sehr ähnlich, denn es geht um tiefes und authentisches Einlassen und präsent sein. Daraus entsteht eine neue Wirklichkeit, für die wir wie geschaffen sind und die wir nicht mühsam erschaffen müssen.

Muttersein und Selbstverwirklichung zu leben, ist möglich.
Frauen sind Schöpferinnen und verbunden mit dem weiblichen Prinzip des Empfangens, Austragens und Gebärens. Wir gebären Kinder und Projekte. Wir gebären gewissermaßen auch die Welt um uns herum. Jeden Tag. Je mehr wir unser Leben im Einklang mit uns selbst bringen, desto leichter gelingt jede Art von Geburt – die unserer Kinder, aber auch die unserer Projekte.

Eine Frau, die weiß wer sie ist und auch weiß, dass sie ihren Signalen vertrauen kann, kommt ganz automatisch in ihre Kraft und findet ihren ganz eigenen Weg. Sie kann ihren Platz einnehmen in der Welt – spüren, wo sie wirklich gebraucht wird, wohin ihr Herz sie ruft – in aller Klarheit und voller Liebe. Denn das ist die Essenz von dem, was wir wirklich sind – die reine Kraft, die reine Liebe. Wir alle kommen auf die Welt, um Liebe zu erfahren und Liebe zu schenken, mit unserem ganzen Sein. Wir haben es nur vergessen. Wenn wir uns erlauben, das zu sein, was wir wirklich sind und dies weitergeben an unsere Kinder, dann sind wir vollständig – als Mutter – als Frau – als Mensch.

Amira Trümner ist spirituelle Lehrerin und begleitet Menschen dabei, ihr eigenes Wesen und die damit verbundenen Potentiale und Lebensaufgaben zu erkennen und zu leben. www.amira-truemner.de

Anne Hackenberger ist Paar- und Familientherapeutin und Achtsamkeitslehrerin. Ihre Passion ist, Bewusstseinsentwicklung und Familienleben zusammenzubringen. www.achtsamkeit-und-familie.de


Veranstaltungshinweis: Online-Seminartag „Ein Herz voller Sehnsucht und alle Hände voll zu tun – Zwischen Mutter-Sein und Selbstverwirklichung“ am 30. August 2020
web: http://www.achtsamkeit-und-familie.de